Donnerstag, 11. Mai 2017, 19 Uhr: Vortrag mit Diskussion
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Neu: Themenreihe
Konservativ heute

Andreas Kinneging

In Deutschland wird Konservatismus oft als ein Produkt der Romantik angesehen, die im Gegensatz zum aufklärerischen Universalismus und Progressivismus das Einmalige, Unvergleichliche, Originelle betont, deshalb aber auch relativistisch ist. Und tatsächlich gibt es derartige Ansätze auch bei konservativen Vordenkern wie Edmund Burke, Joseph de Maistre und Friedrich Carl von Savigny. Gleichwohl ist dies eine irrige Perspektive. Die Romantik ist letzten Endes nicht nur nicht konservativ, sondern sogar anti-konservativ – genauso wie die Aufklärung.

Beginnen wir also mit einer Kritik der romantischen Vernunft. Sie erst macht den Weg frei für einen Ansatz, der den Konservatismus als eine wesentliche Apologie der europäischen Tradition (griechische Philosophie und Christentum) gegenüber dem Modernismus (Aufklärung und Romantik) versteht. Stichworte für den Modernismus sind hierbei: Individuelle Freiheit, Gleichheit, Konsens- und Schadensprinzip. Stichworte für die Tradition dagegen: Gemeinschaft, Sünde, Disziplin, metanoia, Hierarchie (Adelsidee) und lex naturalis.

Natürlich ist diese Vorstellung des Konservatismus nicht neu. Doch sie zeigt unmißverständlich, daß der Konservatismus keine nationale, sondere eine europäische Sache ist. Was manchmal vergessen wird.

Andreas Kinneging ist der führende konservative Theoretiker der Niederlande in der Gegenwart. Er studierte Polititikwissenschaften an der Katholischen Universität Nijmwegen und arbeitete zunächst für den Think Tank Prof. mr. B. M. Teldersstichting. Anschließend an der Universität Leiden, wo er 1994 mit der Arbeit Aristocracy, Antiquity and History – Classicism in Political Thought promoviert wurde. Seit 2004 ist er dort Professor für Rechtsphilosophie. Kinneging war Begründer der Edmund Burke Foundation und gehört zum Board des Center for European Renewal. Kinnegings Bücher liegen bislang in niederländischer und englischer Sprache vor, so etwa The Geography of Good and Evil, das den niederländischen Sokrates-Preis als Philosophiebuch des Jahres 2006 gewann.

Vortragssprache ist Deutsch.

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