Dieter Farwick: Kleinkriege – Warum die Zukunft von Kriegen den Guerillas, Partisanen und Hackern gehört

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Mittwoch, 31. Mai 2017, 19 Uhr: Buchvorstellung
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Dieter Farwick

Berichte über die „klassischen Kriege“ des 20. Jahrhunderts füllen Bibliotheken. Über „Kleinkriege“, die numerisch den „klassischen Kriegen“ schon lange den Rang abgelaufen haben, gibt es im deutschsprachigen Raum seit 40 Jahren keine nennenswerten Veröffentlichungen, obwohl in den Medien nahezu täglich über sie berichtet wird.

Die Geschichte der „Kleinkriege“ beginnt vor 2500 Jahren mit den Veröffentlichungen des chinesischen Generals Sun Tzu, der seine persönlichen Erfahrungen systematisch ausgewertet und zu Papier gebracht hat. Seine Gesetze und Regeln von Kleinkriegen sind von erfolgreichen Feldherrn befolgt worden – von den Guerillas und Partisanen der Antike bis zu denen in der Neuzeit. Seine herausragenden Schüler waren die spanischen Guerillas mit ihrem Sieg über Frankreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts, gefolgt von Lawrence von Arabien Anfang des 20. Jahrhunderts und von Mao Tse-tung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren es die „Befreiungskriege“ in Asien, Afrika und Lateinamerika, die Sun Tzus Gesetzen und Regeln folgten. Diese Kriege sind von André Beaufre, Sir Basil Liddell Hart und Professor Werner Hahlweg ausgezeichnet aufbereitet worden.

Der Gegner muß mit seinen Stärken und Schwächen genau gekannt werden. Seine Schwächen werden zur politischen und gesellschaftlichen Destabilisierung ausgenutzt, die Schwächung der Moral der Bevölkerung und der Kämpfer ist das erstrebte Ziel. Heute nennt man das „hybride Kriegsführung“ – eine seit langem vorbereitete alle Lebensbereiche umfassende Kriegsführung, die im Idealfall von einer „dritten Kraft“ von außen massiv unterstützt wird. Dies führt häufig zu „Stellvertreterkriegen“, wie wir sie in Syrien und im Jemen erleben.

Eine besonderes Kennzeichen von „Kleinkriegen“ ist die Asymmetrie zwischen den normalerweise numerisch unterlegenen Guerillas und etwa einer Besatzungsmacht. Die numerische Unterlegenheit muß ausgeglichen werden durch hervorragende Führer, kampf- und opferbereite Kämpfer, Beherrschung von Tarnen und Täuschen, durch Überraschung und List sowie die Beeinflussung der eigenen und „feindlichen“ Bevölkerung, die durch das Internet erleichtert wird. „Information warfare“ ist heute fester Bestandteil jeder Kriegsführung. Die Verwundbarkeit der modernen Industriegesellschaft öffnet den Hackern neue Möglichkeiten. Die Zukunft von Kriegen wird von Guerillas, Partisanen, Terroristen und Hackern bestimmt.

Dieter Farwick, Brigadegeneral a. D. und Publizist, ging 1961 zur Bundeswehr und schlug eine Offizierslaufbahn ein. Er war unter anderem im Planungsstab des Verteidigungsministers Manfred Wörner, Operationschef im NATO Hauptquartier Europa-Mitte sowie vier Jahre Amtschef für Militärisches Nachrichtenwesen. Nach seiner Pensionierung war er zehn Jahre lang Chefredakteur der Online-Zeitung World Security Network. Zahlreiche Publikationen, u. a. im Schweizer Soldat, in der Jungen Freiheit und der Preußischen Allgemeinen Zeitung sowie die Buchveröffentlichungen  „Wege ins Abseits. Wie Deutschland seine Zukunft verspielt“ (2012) und aktuell „Kleinkriege – die unterschätzte Kriegsform. Warum die Zukunft von Kriegen den Guerillas, Partisanen und Hackern gehört“ (2016).

 

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2017-05-23T09:59:32+00:00