Donnerstag, 27. April 2017, 19 Uhr: Buchvorstellung
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Erika Steinbach

Flucht und Vertreibung sind Themen, die die langjährige Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, geboren im westpreußischen Rahmel, aus ganz persönlicher Erfahrung kennt: Auch ihre Familie gehörte zu den fast 15 Millionen Menschen, die den Wahnsinn des Dritten Reichs mit dem Verlust ihrer Heimat bezahlen mußten. Erika Steinbachs Mutter gelang es buchstäblich in letzter Minute, sich mit ihren beiden kleinen Töchtern Erika und Ursula in den „sicheren” Westen zu retten.

Das Schicksal der Vertriebenen dauerhaft in das Bewußtsein aller Deutschen zu rücken – beharrlich und gegen alle Widerstände – war und ist daher ein zentrales Anliegen der Autorin. Lange Zeit wurde die Vertreibung aus den Ostgebieten im öffentlichen Bewußtsein als „gerechte Strafe” für den verlorenen Krieg empfunden, nicht eingedenk der Tatsache, daß die davon Betroffenen ebenfalls zu den Opfern zählten. Und wenn Erika Steinbach dies anspricht, dann aus dem Gedanken heraus, daß Menschenrechte nicht teilbar sind. Keinesfalls soll damit das Leid derer herabgestuft werden, die zu Millionen dem Rassen- und Gesinnungsterror der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Ihr Ziel, ein vollständiges deutsches und europäisches Geschichtsbild zu erreichen und dabei zugleich dem Gedanken der Versöhnung Rechnung zu tragen, ist inzwischen ein gutes Stück näher gerückt: Mit der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen”, der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung” und dem im Februar 2015 beschlossenen nationalen Gedenktag ist Deutschland auf einem guten Weg, die kollektive Vertreibung als Verantwortung aller zu würdigen und für die nächsten Generationen im Gedächtnis zu behalten.

Erika Steinbach, geboren 1943 in Rahmel, Danzig/Westpreußen. Die Diplomverwaltungswirtin hatte u.a. die Projektleitung zur Automatisierung der hessischen Bibliotheken inne. 1977 stieg sie hauptberuflich in die Politik ein. Seit 1990 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestags (CDU) und war Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von 1998 bis 2014 war sie Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV). Am 15. Januar 2017 trat Steinbach aus der CDU-Bundestagsfraktion aus und ist damit fraktionslose Abgeordnete. Als Autorin veröffentlichte sie Die Macht der Erinnerung (2011) und aktuell Flucht, Vertreibung, Mahnung – Menschenrechte sind nicht teilbar. Erfahrungen meines Lebens (2016).

 

Anmeldungen richten Sie bitte an:

Es werden keine individuellen Anmeldebestätigungen versandt. Sofern Sie keine gegenteilige Nachricht von uns erhalten, gilt Ihre Anmeldung als bestätigt.