Todd Huizinga: Was Europa von Trump lernen kann – Die Krise des alten Kontinents und das neue Amerika

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Mittwoch, 11. Oktober 2017, 19 Uhr: Buchvorstellung
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Todd Huizinga

Die Präsidentschaftswahl in den USA im November 2016 und der deutliche Sieg Donald Trumps sind nur vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Entfremdung zwischen der amerikanischen Wählerschaft und den sogenannten Eliten des Landes zu verstehen. Im wirtschaftlichen Bereich hat Trump z. B. besser als alle anderen Kandidaten begriffen, daß eine Politik der freien Marktwirtschaft nur erfolgreich sein kann, wenn es einen breiten Konsens in der Bevölkerung gibt, der diese Politik unterstützt. Eine gute Politik der freien Marktwirtschaft muß den konkreten ökonomischen Interessen der Menschen im Hier und Jetzt entsprechen.

Im politischen Bereich war die Wahl Donald Trumps eine Antwort auf die Entfremdung der Wähler gegen einen wachsenden Bürokratiestaat, der seiner demokratischen Rechenschaftspflicht nicht genügend nachkommt. Die Wahl stellte ferner eine Revolte gegen die polarisierende „Identity Politics“ sowie die politische Korrektheit dar, die die Amerikaner auf Basis ihrer Gender-, Ethnizitäts- oder Rassenzugehörigkeit gegeneinander ausspielen.

Aber etwas noch Fundamentaleres liegt der wachsenden Entfremdung zwischen Volk und Regierenden in Amerika und Europa zu Grunde, die der von Trump angeführten Auflehnung gegen das Establishment entfacht hat. Eine gähnende Weltanschauungskluft zwischen einer mehrheitlich traditionalistischen Wählerschaft und einer progressiven Elite, die gegenseitig ihre unterschiedlichen Wahrheitsauffassungen nicht mehr anerkennen, scheint sich immer weiter zu verbreitern. Im Westen gründen sich unsere politischen Unterschiede nicht mehr auf unterschiedliche Perspektiven innerhalb einer gemeinsamen westlichen Weltanschauung, sondern auf diametral entgegengesetzte Vorannahmen, und zwar nicht nur über die Politik, sondern auch hinsichtlich grundsätzlicher Fragen des Lebens. „Was Europa von Trump lernen kann“ erforscht diese Weltanschauungskluft, die den Hintergrund der Auflehnung der Wähler auf beiden Seiten des Atlantiks ausmacht. Es erklärt und verteidigt die werdende Politik.

Todd Huizinga ist Senior Fellow am Paul B. Henry Institute for the Study of Christianity & Politics am Calvin College in Michigan (USA). Von 1992 bis 2012 war er Diplomat im Auswärtigen Dienst der USA, u. a. in Deutschland und an der Ständigen Vertretung der USA bei der Europäischen Union in Brüssel sowie im Büro für Angelegenheiten der Europäischen Union im U.S. Department of State.  Er hat Musik und Germanistik am Calvin College in Michigan studiert sowie Germanistik an der University of Wisconsin-Madison. Er ist Mitbegründer des Transatlantic Christian Council, einer Organisation, die sich der Stärkung der transatlantischen Beziehungen widmet.  Publikationen u. a.: The New Totalitarian Temptation: Global Governance and the Crisis of Democracy in Europe, New York 2016, sowie aktuell Was Europa von Trump lernen kann, Berlin 2017.

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2017-07-11T10:17:56+00:00