Albrecht Jebens: Die Freiheit am Hindukusch verteidigen? 100 Jahre deutsch-afghanische Freundschaft

//Albrecht Jebens: Die Freiheit am Hindukusch verteidigen? 100 Jahre deutsch-afghanische Freundschaft

Mittwoch, 22. August 2018, 19 Uhr: Vortrag mit Diskussion
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Albrecht Jebens

Die moderne politische Beziehung Deutschlands zu Afghanistan gründet sich auf die diplomatisch-militärische „von Hentig/Niedermayer-Mission“ 1915/1916 während des Ersten Weltkriegs nach Kabul, um Afghanistan zum Kriegseintritt an der Seite der Mittelmächte gegen das damals britische Indien zu gewinnen. Auch wenn dieses Ziel bekanntlich nicht erreicht wurde, hatte diese Mission weitreichende positive Folgen für das deutsch-afghanische Verhältnis.

Gut 100 Jahre später müssen wir indes feststellen, daß das einst so gute deutsch-afghanische Verhältnis wohl damit enden wird, daß mit dem absehbaren Rückzug der US-amerikanischen Truppen bzw. der ISAF (International Security Assistance Force) aus Afghanistan auch die Bundeswehr ohne greifbare Erfolge abzieht.

Wie ist es dazu gekommen? Auf welchen Vorgaben beruht die falsche Einschätzung dieses mittelasiatischen Landes, daß es mutmaßlich zu einem solchen Mißerfolg kommen wird? Fehlten die militärischen, die logistischen, die finanziellen Kapazitäten oder gar die Kenntnis der tieferen Hintergründe zum kulturellen und militärischen Verständnis Afghanistans?

Es handelt sich bei diesem sich anbahnenden Fiasko um eine lange währende Entwicklung, die nachzuzeichnen deshalb wichtig ist, weil sie ein Musterbeispiel dafür ist, daß ein Staat, der seine Interessen nicht mehr definieren geschweige denn vertreten kann, ideologisch und politisch von anderen Nationen abhängig wird, die ihre Interessen sehr wohl kennen, sie aber durch das Vorschieben williger Verbündeter zu deren Nachteil durchzusetzen versuchen. Dies darzustellen, von der deutsch-afghanischen Kooperation seit 1915 bis zum nun beschlossenen Rückzug der Bundeswehr, ist Ziel des Vortrags.

Albrecht Jebens, geboren 1946 in Hamburg, studierte Geographie, Geschichte und Politikwissenschaft in Tübingen. Nach Forschungsaufenthalten in Afghanistan 1976 und 1977 bis 1978 promovierte er 1982 über das Land.  Er war Geschäftsführer von Ministerpräsident Hans Filbinger (CDU) in dessen Studienzentrum Weikersheim von 1982 bis 1997, danach beim Ostdeutschen Kulturrat in Bonn und anschließend bis 2002 bei der Ost- und Westpreußenstiftung. Jebens ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder. Veröffentlichung von vielen Artikeln und mehreren Büchern, u. a. Herausgeber von zwei Festschriften für Klaus Hornung zu dessen 65. und 75. Geburtstag.

Anmeldungen richten Sie bitte an:

Es werden keine individuellen Anmeldebestätigungen versandt. Sofern Sie keine gegenteilige Nachricht von uns erhalten, gilt Ihre Anmeldung als bestätigt.

2018-08-15T08:41:56+00:00