Alexander Grau: Kulturpessimismus –
Ein Plädoyer

//Alexander Grau: Kulturpessimismus –
Ein Plädoyer

Mittwoch, 20. Februar 2019, 19 Uhr: Buchvorstellung
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse

Alexander Grau (Foto: Michael Lebed)

Autoritär, antidemokratisch, ewiggestrig: Das sind die Attribute, die dem Kulturpessimismus heute angeheftet werden. In einer Welt der globalisierten Moderne gelten seine Vertreter bestenfalls als Spielverderber. Daß eine kulturpessimistische Haltung auf kritischer Analyse beruht, war zwar noch in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts für jeden etwa an Adorno geschulten Geist eine Selbstverständlichkeit. Heute aber schließen die Wortführer des Zeitgeists nahezu alles, was sich als »Kultur« ausgibt, unterschiedslos in die Arme und erheben auch das Trivialste zum schützenswerten Gut. Wenn jede kulturelle Äußerung als sakrosankt gilt, ist Kulturkritik passé.

Weil sich unsere Gesellschaft von jeder ernsthaften Form der Kulturkritik verabschiedet hat, begrüßt sie ihren eigenen kulturellen Niedergang als Fortschritt. Doch eine Kultur, die sich nicht mehr selbstverständlich als behauptenswert betrachtet, droht sich aufzugeben. In unserem Falle bedeutet dies, hinter die Ideale der Aufklärung – Freiheit, wissenschaftliche Rationalität und Individualismus – zurückzufallen. Alexander Grau versucht, Kulturpessimismus unter den Bedingungen globalisierter Wohlstandsgesellschaften als Geisteshaltung zu rehabilitieren, frei von raunender Geschichtsmetaphysik und nostalgischer Verklärung.

Alexander Grau studierte nach seinem Wehrdienst an der Freien Universität Berlin Philosophie und Linguistik und wurde dort 1998 in Philosophie promoviert. Seit Juni 2013 ist er Kolumnist bei Cicero online. In seiner Kolumne Grauzone beschäftigt er sich dort jeden Samstag mit Fragen des politischen und gesellschaftlichen Zeitgeistes. Seit 2003 arbeitet er als freier Publizist, Kultur- und Wissenschaftsjournalist und veröffentlicht vor allem zu Themen der Kultur- und Ideengeschichte, insbesondere zur Philosophie, Theologie und Kulturgeschichte der Moderne. Veröffentlichungen u. a. „Hypermoral – Die neue Lust an der Empörung“ (2017) und aktuell „Kulturpessimismus – Ein Plädoyer“ (2018).

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2019-02-11T15:53:37+00:00