Bence Bauer: Ungarn nach der Wahl – Neue Regierung, neue Politik?
Mittwoch, 1. Juli 2026, 19 Uhr (Einlaß ab 18.15 Uhr): Vortrag mit Diskussion
Eintritt 10 Euro pro Person (ermäßigt 5 Euro) an der Abendkasse

Bence Bauer (Foto: Privat)
Ungarn erlebte mit den Wahlen zur Ungarischen Nationalversammlung am 12. April 2026 ein politisches Erdbeben. Bei einer Rekordwahlbeteiligung von 78,99 Prozent wurde Viktor Orbán von der Fidesz, seit 2010 Ministerpräsident des Landes, mit 38,61 Prozent abgewählt. Sein Herausforderer Péter Magyar von der Tisza-Partei erhielt 53,18 Prozent und konnte einen absoluten Stimmenrekord von fast 3,4 Millionen Wählerstimmen für sich verbuchen. Begünstigt durch das ungarische Mehrheitswahlrecht, kann seine Partei nun mit einer deutlichen Zweidrittelmehrheit regieren. Aller Voraussicht nach wird die Regierung von Péter Magyar, der am 9. Mai 2026 zum Ministerpräsidenten gewählt wird, auch viele prominente Persönlichkeiten aus dem bürgerlichen Lager umfassen.
In seinem Vortrag wird Bence Bauer einen Überblick über das politische System des Landes geben, das oftmals diskutierte Mehrheitswahlrecht, die Regierungsstruktur und das Parteiensystem. Er wird auf die bestimmenden Themen des Wahlkampfs wie auch auf die Bilanz der Regierung von Viktor Orbán eingehen und einen Ausblick auf die möglichen inhaltlichen Schwerpunkte der neuen Regierung vornehmen. Insbesondere wird er der Frage nachgehen, ob die neue Tisza-Regierung mit der Methode der asymmetrischen Demobilisierung à la Merkel für eine weitere tiefgreifende Umgestaltung der ungarischen Politik sorgen könnte – oder ob zum Leidwesen der EU-Eliten sogar vieles beim alten bleibt.
Bence Bauer, geboren 1979 in Budapest, aufgewachsen in Baden-Württemberg, studierte Rechtswissenschaften in Passau, Würzburg, Bonn und Budapest. Seinen LL. M.-Abschluß erwarb Bauer an der Andrássy Universität Budapest in Vergleichenden Rechts- und Staatswissenschaften. Seine Promotion erfolgte in Chemnitz im Fach Europäische Geschichte. Nach beruflichen Stationen in Berlin und Brüssel war er von 2009 bis 2020 für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Ungarn tätig. Seit 2020 ist er Gründungsdirektor des Deutsch-Ungarischen Instituts für Europäische Zusammenarbeit. Zuletzt ist sein Buch Ungarn ist anders erschienen.
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