Bernhard Viel, Foto: © S. Ulnver

Die Deutschen des 1871 gegründeten Kaiserreichs lebten in einer krisenreichen Zeit. Da waren Darwin und die Dampfmaschine, die die natürliche Ordnung umwälzten. Da war ein Börsensturz, da war die Bedrohung der Grenzen durch ein unruhiges Rußland, ein haßerfülltes Frankreich.

Damals stand außer Zweifel: Ein Volk, das einen solchen Wandel bewältigen wollte, brauchte eine sinnstiftende Geschichtserzählung. „Das höchste Gut des Mannes“, glaubte der Erfolgsautor Felix Dahn, „ist sein Volk“.

In seinem Essay zur Utopie der Nation“ beschreibt Bernhard Viel, welche Debatten des Kaiserreichs heute nottäten. Er tut dies am Beispiel zweier als Antipoden geltender Erzähler: eben jenes „umstrittenen“ Autors des furiosen Toga- und Germanen-Freskos Ein Kampf um Rom, Felix Dahn, und des konservativen Preußen Theodor Fontane, der den meisten seiner Leser noch immer als ausgemachter Liberaler gilt.

Bernhard Viel, 1958 in München geboren, hat Germanistik und Geschichte studiert und arbeitet als Redakteur. 2001 wurde er mit dem Förderpreis des erstmals ver­gebenen „Berliner Preises für Literaturkritik“ ausgezeichnet. In seinen Büchern widmet er sich den Biographien von Schriftstellern und herausragenden Persönlichkeiten des Geisteslebens im 19. und 20. Jahrhundert. Er lebt als freier Autor in Berlin und München. Veröffentlichungen u. a. Utopie der Nation –  Ursprünge des Nationalismus im Roman der Gründerzeit (2009), Der Honigsammler – Waldemar Bonsels, Vater der Biene Maja (2016) und Egon Friedell – Der geniale Dilettant (2013).

Ingo Langner, geboren 1951 in Rendsburg, hat in den vergangenen vierzig Jahren als Theaterregisseur, Filmemacher, Fernsehproduzent, Moderator, Autor, Publizist und Kurator gearbeitet. In seinem Portfolio stehen Theaterinszenierungen, Fernsehdokumentationen, zwei Literatursendereihen, Sachbücher, Kriminalromane und eine Tragikomödie sowie mehr als einhundert Fernsehinterviews. Seit Januar 2022 ist Ingo Langner Chefredakteur von CATO – Magazin für neue Sachlichkeit.

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