Günter Scholdt: Literarische Musterung – Warum wir Kohlhaas, Don Quijote und andere Klassiker neu lesen müssen

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Mittwoch, 24. Januar 2018, 19 Uhr: Buchvorstellung
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Günter Scholdt

Günter Scholdt setzt sich in seinem neuen Buch „Literarische Musterung. Warum wir Kohlhaas, Don Quijote und andere Klassiker neu lesen müssen“ mit der Interpretation klassicher Werke der Literatur auseinander. Für ihn findet in den Schulen, auf den Theaterbühnen, an den Universität eine unvoreingenommene Bearbeitung der zeitlosen Klassiker nicht mehr statt. Die politische Erziehungsabsicht gehe eindeutig vor. Der Mainstream inszeniere oder interpretiere die großen Figuren der Literatur üblicherweise gegen „rechts“ – eine für Scholdt „anmaßende zivilgesellschaftliche Verkennung“ des aktuellen Freiheitspotentials der großen Literatur. Denn viele Klassiker der Weltliteratur würden modellhaft auch heutige politische Verwerfungen und Konflikte spiegeln. Exemplarisch dafür stünden u.a. Orwells 1984, Sophokles’ Antigone, Kleists Michael Kohlhaas, Frischs Biedermann und die Brandstifter, Kafkas Prozeß oder Ionescos Nashörner.

Der ehemalige Saarbrücker Germanistikprofessor las für sein Buch gut dreißig Texte gegen den Mainstream neu. Von Äsop über Brecht und Zuckmayer bis hin zu García Márquez. Dem Leser sollen viele unverhofft aktuelle Aspekte an Werken und Autoren erkennbar gemacht werden, die vermeintlich jeder kennt – oder zumindest zu kennen glaubt. Dabei wirft Scholdt die Fraug auf, ob nicht viele Protagonisten der Werke, die auf den Bühnen als deutlicher Appell „gegen rechts“ inszeniert werden, heute längst selbst „rechte Typen“ seien.

Günter Scholdt, geboren 1946, studierte Germanistik, Geschichte, Theaterwissenschaft und später Jura an der Universität des Saarlandes, wo er 1976 auch promovierte. Nach dem Staastexamen war er von 1975 bis 1985 Lehrer an verschiedenen Schulen. 1992 habilierte er mit der Arbeit „Autoren über Hitler. Deutschsprachige Schriftsteller 1919-1945 und ihr Bild vom ‚Führer’. Von 1990 bis 1996 arbeitete Scholdt am Landesinstitut für Pädagogik und Medien in Saarbrücken-Dudweiler und leitete von 1996 bis 2011 das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass. 1998 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u. a. „Das konservative Prinzip“ (2011), „Vergesst Broder! Sind wir immer noch Antisemiten?“ (2013).

 

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2017-10-26T19:00:58+00:00