Hans Fenske: Der deutsche Liberalismus – Ideenwelt und Politik von den Anfängen bis zur Gegenwart

//Hans Fenske: Der deutsche Liberalismus – Ideenwelt und Politik von den Anfängen bis zur Gegenwart

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 19 Uhr: Buchvorstellung
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Hans Fenske

Die Gedankenwelt des Liberalismus erwuchs während der schweren inneren Auseinandersetzungen in England in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Wenig später gab es auch in Deutschland erste Stimmen dazu. Ab 1720 legten dann viele Autoren das liberale Konzept dar, es hatte um 1800 eine breite Resonanz. Als Deutschland nach den Kriegen Napoleons neu geordnet wurde, geschah das nicht im Sinne der Liberalen, sie konnten ihre Ziele erst in jahrzehntelangen Kämpfen weitgehend durchsetzen. 1867/71 war das erreicht. In dem folgenden Menschenalter waren sie die relativ stärkste politische Kraft in Deutschland, dann verloren sie an Gewicht. Sie hatten sich gleichsam totgesiegt, ihre Grundideen waren weithin rezipiert worden. In der Weimarer Republik büßten sie ab 1930 das Vertrauen der Wählerschaft fast ganz ein, 1932 waren sie nur noch eine Splitterpartei. Am Widerstand gegen die NS-Diktatur nahmen auch Liberale teil. Nach deren Ende entstanden in allen deutschen Ländern wiederum liberale Parteien, in den West­zonen schlossen sie sich im Dezember 1948 zur Freien Demokratischen Partei zusammen. In den 70 Jahren seither waren die Liberalen eine politische Kraft zweiten Ranges, zeitweilig als Regierungspartei, zeitweilig als Opposition.

Die Darstellung geht dem langen Weg der deutschen Liberalen durch mehr als drei Jahrhunderte nach. Zunächst über Wegbereiter des Liberalismus und seine Grundlegung in England im 17. Jahrhundert und dann von den ersten Darlegungen des liberalen Konzepts in Deutschland bis zum Dezember 2018, als die FDP in Heppenheim das Gedenken an ihre Gründung 70 Jahre zuvor ­beging. Das umfassende Werk bietet eine erste große historische Gesamtschau der Ideenwelt und Politik des deutschen Liberalismus.

Hans Fenske, geboren 1936 in Geesthacht, 1956 bis 1963 Studium der Ge­schichte, der Politischen Wissenschaft und der Geografie in Tübingen und Freiburg, Promotion 1965, Habilitation für Neue und Neueste Geschichte 1971 in Freiburg, 1963 bis 1971 Wissenschaftlicher Assistent an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer und bis Ende 1972 am Auslands- und Dolmetscherinstitut Germersheim. 1973 bis 1977 Universi­tätsdozent und danach bis 2001 Professor für Neue und Neuste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zahlreiche Buchveröffentlichungen u. a. „Deutsche Parteienge­schichte“ (1994), „Preußentum und Liberalismus“ (2002), „Freiherr vom Stein“ (2012), „Der Anfang vom Ende des alten Europa. Die alliierte Verweigerung von Friedensgesprächen 1914-1919“ (2013), „Auf dem Weg zur Demokratie. Das Streben nach deutscher Einheit 1792-1871“ (2018) und aktuell „Der deutsche Liberalismus – Ideenwelt und Politik von den Anfängen bis zur Gegenwart“ (2019).

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2019-08-29T09:32:26+01:00