Horst Möller: Wie sinnvoll sind historische Vergleiche? Brüche der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert

Mittwoch, 6. Mai 2026, 19 Uhr (Einlaß ab 18.15 Uhr): Vortrag mit Diskussion
Eintritt 10 Euro pro Person (ermäßigt 5 Euro) an der Abendkasse

Foto: © Michael Weingast/Piper Verlag

Tiefe Zerrissenheit kennzeichnet die Geschichte der Deutschen im 20. Jahrhundert. Nach einem verlorenen Weltkrieg endet die Monarchie. Die darauffolgende Weimarer Demokratie scheitert. Die nationalsozialistische Schreckensherrschaft mit dem Holocaust unterjocht zeitweilig große Teile Europas. Ein weiterer Weltkrieg hinterläßt ein Trümmerfeld. Deutschland wird 1945 besetzt und geteilt. Im Osten Deutschlands errichtet die Sowjetunion eine kommunistische Diktatur, im Westen entsteht eine Demokratie. Die Bundesrepublik beteiligt sich an der politischen Einigung Westeuropas. Nachdem 1989 die kommunistischen Diktaturen fielen, gelingt 1990 die Einigung Deutschlands in Frieden und Freiheit. Doch ein „Ende der Geschichte“ ist nicht in Sicht. Im Gegenteil – innenpolitische Krisen und zwischenstaatliche Konflikte vermitteln den Eindruck, daß im 21. Jahrhundert die Geschichte zurückkehrt.

Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, historische Vergleiche zu ziehen. So erleben wir heute wieder eine Ausdifferenzierung der Parteienlandschaft, die manche an die Weimarer Republik erinnert. Die einen sehen darin eine Gefährdung von Demokratie, andere einen Ausdruck von Demokratie. Damit ist die Frage verbunden: Sind solche historischen Vergleiche überhaupt sinnvoll? Der Historiker Horst Möller geht in seinem Vortrag den Brüchen und Kontinuitäten der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert nach und setzt sich mit Sinn und Unsinn historischer Vergleiche auseinander.

Professor Dr. phil. Horst Möller, geboren 1943 in Breslau, zuletzt Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität München. Möller gilt als einer der führenden deutschen Historiker. An der Gründung des von Helmut Kohl initiierten Hauses der Geschichte in Bonn hat er mitgewirkt. 19 Jahre stand er an der Spitze des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin. Er hat mehrere Werke zur deutschen Geschichte verfaßt, darunter Franz Josef Strauß – Herrscher und Rebell, Die Weimarer Republik – Demokratie in der Krise sowie Deutsche Geschichte – Die letzten hundert Jahre: Von Krieg und Diktatur zu Frieden und Demokratie.

 

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