Mittwoch, 25. März 2020, 19 Uhr: Vortrag mit Diskussion
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Hubertus Knabe (Foto: Privat)

30 Jahre nach der Friedlichen Revolution in Ostdeutschland erinnert der Umgang mit der DDR an Zeiten, als mancher Westdeutsche den sozialistischen Staat als Alternative betrachtete. Da sind zum einen die westdeutschen Eliten, die ihre peinliche Anbiederung an die DDR niemals aufgearbeitet haben. Zum anderen scheuten auch die Eliten im Osten vor einer fundamentalen Aufarbeitung der SED-Diktatur zurück. In der Folge sind den meisten Deutschen die Gründe für die Unterdrückung in der DDR nicht bewußt.

Viele glauben, es habe am Unvermögen des Regimes oder am Kalten Krieg gelegen – selbst einige Historiker. Nur wenige sind sich im klaren darüber, daß die DDR-Diktatur auf einer Ideologie basierte, die Gewalt und Unterdrückung für legitim und sogar notwendig hält, um eine vermeintlich bessere Gesellschaft zu schaffen – ein Politikkonzept, das auch heute wieder Anhänger findet.

Ausgerechnet im 30. Jahr der Friedlichen Revolution hat der Deutsche Bundestag beschlossen, die Stasi-Unterlagenbehörde abzuwickeln. Die sozialistische Diktatur der DDR wir dadurch noch mehr aus dem Gedächtnis verschwinden. Unter diesen Bedingungen spüren die DDR-Verklärer Rückenwind. Es fehlt nicht mehr viel, und die DDR-Diktatur hat es nie gegeben.

Der Historiker Hubertus Knabe geht den Gründen für diese Entwicklung nach, erläutert die heutige, verklärte Sicht auf die SED-Diktatur und zeigt das Nachwirken der DDR auf die aktuelle Politik auf.

Hubertus Knabe, geboren 1959, studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Bremen. Promotion 1991 über „Umweltkonflikte im Sozialismus“. Ab 1992 in der Forschungsabteilung der neu gegründeten Stasi-Unterlagen-Behörde, dort Leiter des Fachbereichs zur wissenschaftlichen Erforschung von Struktur, Methoden und Wirkungsweise des DDR-Staatssicherheitsdienstes sowie Leiter der Arbeitsgruppe Opposition und Widerstand. Im Jahr 2000 Gründungsdirektor der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, darunter „Der diskrete Charme der DDR. Stasi und Westmedien“ (2001), „Die Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-Diktatur“ (2007) und „Honeckers Erben. Die Wahrheit über die Linke“ (2010).

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