Konrad Adam

Die Frage: „Was ist konservativ?“ stirbt nicht aus. Eine Begriffsbestimmung ist schwierig, aber auch überflüssig, denn der Konservative setzt nicht auf Theorie, sondern auf Erfahrung. Er ist mißtrauisch gegen die Weltanschauung von Leuten, die die Welt nie angeschaut haben. Natur will betrachtet und erlebt, nicht analysiert und definiert werden. Aus diesem Grund sind Natur- und Umweltschutz genuin konservative Themen – selbst dann, wenn sie inzwischen gern links verortet werden.

In seiner jüngsten Publikation „Gräben – Was zur Einheit fehlt“ wirft der langjährige FAZ– und Welt-Redakteur Konrad Adam unter anderem einen Blick auf das Verhältnis zwischen Mensch und Natur: „Natur ist ein Begriff, der die Gefühle wachruft, zumal in Deutschland. Die Spuren einer von den Romantikern geprägten träumerischen Naturvorstellung haben sich bis heute nicht verloren, nicht nur die Grünen hängen ihnen nach.“ Doch diese romantisierende Vorstellung von Natur sei unzureichend, denn man müsse eben immer mit ihr „rechnen“, so Adams Überzeugung. Mit dieser Betrachtung folgt der ehemalige Journalist einem Ausspruch des Philosophen Robert Spaemanns, wonach sich der Mensch von allem emanzipieren könne, außer von der Natur.

Konrad Adam, geboren 1942 in Wuppertal, studierte Klassische Philologie, Geschichte und Philosophie in Tübingen, München und Kiel, wo er mit einer Arbeit über antike Literaturtheorie promovierte. Daraufhin arbeitete er als Redakteur für die Nachrichtenagentur dpa, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Welt. Im Jahr 2013 gehörte Adam zu den Mitbegründern der AfD. Aufgrund inhaltlicher Differenzen hat er die Partei 2021 wieder verlassen. Zuletzt erschienen Der kurze Traum vom ewigen Leben (2009), Kampf gegen die Natur (2012) und Gräben (2022).

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