Konrad Badenheuer: Opfer der Geschichts-
politik? Die deutschen Vertriebenen seit 1945

//Konrad Badenheuer: Opfer der Geschichts-
politik? Die deutschen Vertriebenen seit 1945

Mittwoch, 9. Mai 2018, 19 Uhr: Vortrag mit Diskussion
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Konrad Badenheuer

Die deutschen Vertriebenen stehen kurz vor der völligen Assimilation. In welchem Maße das der Fall ist, zeigt der heutige Gebrauch des Wortes „Ostdeutsche“: Der Begriff bezeichnet nicht mehr Schlesier, Pommern und Ostpreußen, sondern beispielsweise Mecklenburger und Thüringer, die sich jahrhundertelang als Nord- bzw. Mitteldeutsche verstanden haben. Merkwürdigerweise wird dieser Sprachgebrauch nicht einmal mehr von den klein gewordenen Vertriebenenverbänden in Frage gestellt, sondern hingenommen, wenn nicht sogar akzeptiert.

Der Publizist Konrad Badenheuer geht in seinem Vortrag am 9. Mai 2018 der Frage nach, wie der sich abzeichnende Untergang der „echten“ Ostdeutschen als einer von anderen Deutschen unterscheidbaren Gruppe möglich geworden ist. Die Vertriebenen, so seine zentrale These, waren einerseits Opfer einer bewußt gegen sie gerichteten Kultur- und Geschichtspolitik, deren Anfänge in die Mitte der 1960er Jahre zurückreichen. Sie haben aber auch selbst von Anfang an, seit sie sich ab etwa 1948 organisieren durften, viele zum Teil frappierende Gelegenheiten verpaßt, ihre zentralen Anliegen im Bewußtsein der gesamtdeutschen Öffentlichkeit  zu verankern damit ihre Assimilation zumindest zu verzögern.

Der Journalist und Verleger Konrad Badenheuer beschäftigt sich seit 1990 politisch und publizistisch intensiv mit den Belangen der Vertriebenen. In den frühen 1990er Jahren als Mitarbeiter des Bundestagabgeordneten Heinrich Lummer (CDU), 1993 bis 2001 als Pressesprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, 2008 bis 2011 als Chefredakteur der Preußischen Allgemeinen Zeitung (vormals Ostpreußenblatt), außerdem seit 2006 als Autor und Verleger mit einer Serie von Buchveröffentlichungen. 1966 ohne Vertriebenenhintergrund in Stuttgart geboren, kennt er die Landsmannschaften von innen und von außen. Als Volkswirt sind ihm die wirtschaftlichen Implikationen von Vertreibung, Integration und Rückkehr ein besonderes Anliegen.

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2018-04-10T14:22:11+00:00