Michael Wiesberg: Erinnerung als Dichterpflicht – 25 Jahre „Anschwellender Bocksgesang“ von Botho Strauß

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Mittwoch, 7. Februar 2018, 19 Uhr: Buchvorstellung
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Michael Wiesberg

Botho Straußʼ „Anschwellender Bocksgesang“, publiziert am 8. Februar 1993 im Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, markierte vor 25 Jahren eine konservative Kampfansage gegen die linksintellektuellen Konventionen der alten Bundesrepublik. Monatelange heftige Auseinandersetzungen in den Feuilletons waren die Folge. Diese Streitigkeiten entzündeten sich vor allem an Straußʼ positiver Deutung einer Position, die als „rechts“ verortet wird und von den Linksintellektuellen, die sich als Hüter von Aufklärung und Demokratie verstehen, als überwunden und widerlegt betrachtet wird.

Zu einem guten Teil dürfte die Heftigkeit, mit der gegen den „Bocksgesang“ agitiert wurde, wohl auch mit der Person Botho Strauß zusammenhängen, der bis zu diesem Zeitpunkt der gefeierte  Theaterautor der Bundesrepublik war und den das linke „juste milieu“ mehr oder weniger als einen der ihren betrachtete. Ein aufmerksamer Blick in die Publikationen des Dichters macht aber deutlich, daß der „Bocksgesang“ keineswegs eine abrupte Wende darstellt, sondern durchaus in der Kontinuität eines Denkprozesses steht, der hier nur einen exponierten Ausdruck fand.

Das vorliegende Buch zeichnet den Straußschen „Spiegel“-Essay in den Duktus seines Werkes ein, versucht sein geistiges Bezugssystem transparent zu machen, die Heftigkeit der Kontroversen um den „Bocksgesang“ einzuordnen und auch dem Menschen Botho Strauß Kontur zu verleihen.

Michael Wiesberg, Jahrgang 1959, studierte Evangelische Theologie und Geschichte in Heidelberg. Er schreibt für verschiedene Zeitschriften, darunter die Junge Freiheit, und war bis Oktober 2017 Cheflektor des Leopold-Stocker-Verlags in Graz. Heute arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Bundestag.

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2017-11-28T14:20:03+00:00