Norbert Bolz: Zurück zur Normalität – Mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand
Mittwoch, 25. Februar 2026, 19 Uhr (Einlaß ab 18.15 Uhr): Buchvorstellung
Eintritt 10 Euro pro Person (ermäßigt 5 Euro) an der Abendkasse

Professor Norbert Bolz (Foto: Ullsteinbild – Martin Lengemann/WELT)
Am 25. Februar 2026 stellt Norbert Bolz seine pointierte Analyse über den Normalitätsverlust in unserer Gesellschaft vor. Zurück zur Normalität – Mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand ist ein Feuerwerk brillanter Argumente über das pervertierte Verhältnis von Normalität und Ausnahmezustand in den Medien und der Politik.
Unsere bürgerliche Gesellschaft ist einem Zangenangriff auf die Normalität ausgesetzt – nämlich einmal durch die „Wokeness“ der Kulturrevolutionäre und zum andern durch den Alarmismus der politisch-medialen Elite. Die „Wokeness“ stellt das Verhältnis von normal und pathologisch auf den Kopf. Der Alarmismus stellt das Verhältnis von normal und extrem auf den Kopf.
Was früher als Neurose galt, soll jetzt als selbst bestimmter Lebensentwurf anerkannt werden. So ist ein kulturelles Klima absoluter Toleranz entstanden, die sich aber als absolute Intoleranz gegenüber den traditionellen Lebensformen äußert. Damit wird der Normalität der Krieg erklärt.
Genauso pervertiert ist das Verhältnis von Normalität und Ausnahmezustand in der Welt von Medien und Politik. Hier herrscht ein Alarmismus, der überall nur Katastrophen sieht. Das ist der gemeinsame Nenner von Sensationsjournalismus, Gefälligkeitswissenschaft und einer Politik der Angst, wie wir sie in der Corona-Zeit kennengelernt haben.
Es gibt heute aber Anzeichen dafür, daß nach der politischen Generation der Weltverbesserer wieder eine skeptische Generation kommt, die mit dem „woken“ Spuk aufräumt. Das nährt die Hoffnung auf eine Rückkehr aus den moralischen Exzessen und dem nihilistischen Selbstzweifel des Westens zur moralischen Normalität, die sich von selbst versteht. Im Augenblick sehen viele nur die Zeichen der Dekadenz, aber am Ende wird die „Wokeness“ die Provokation gewesen sein, die zu einer Wiedergeburt der Bürgerlichkeit geführt hat.
Prof. Dr. Norbert Bolz, geboren 1953 in Ludwigshafen. Studium in Mannheim, Heidelberg und Berlin: Philosophie, Germanistik, Anglistik und Religionswissenschaften. 1977 Doktorarbeit über die Ästhetik Adornos. Assistent des Religionsphilosophen Jacob Taubes. 1987 Habilitation. 1987–1992 Dozent an der Freien Universität Berlin. 1992–2002 Universitätsprofessor für Kommunikationstheorie am Institut für Kunst- und Designwissenschaften der Universität GH Essen. 2002–2018 Universitätsprofessor an der Technischen Universität Berlin, Fakultät I Geisteswissenschaften, Institut für Sprache und Kommunikation, Fachgebiet Medienwissenschaft. Von 2002 bis 2018 Professor und Leiter des Fachgebietes Medienwissenschaft an der TU Berlin. Seine Forschungsinteressen sind Netzwerklogik, Mediengeschichte, Medienphilosophie und Kommunikationstheorie.
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