Mittwoch, 23. Oktober 2019, 19 Uhr: Vortrag mit Diskussion
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Rainer Waßner

Lord Ralf Dahrendorf (1929–2009) war lange Zeit eine markante Figur des öffentlichen Lebens in Deutschland – in seinen Funktionen als Sozialwissenschaftler, Publizist, FDP-Politiker sowie als Wissenschaftsmanager. In seinen Schriften plädierte er zunächst für eine ausgeprägte Konfliktkultur, forcierten sozialen Wandel und (geregelten) Protest gegen gesellschaftliche Zumutungen. Später veränderte sich seine Perspektive auf die moderne Gesellschaft dramatisch. Anläßlich seines 10. Todestages und seines 90. Geburtstages lohnt sich ein Blick auf seine späte Annäherung an konservative Positionen.

Für Ralf Dahrendorf als Liberalem aus Überzeugung blieb zwar die Freiheit der Person der zentrale Bezugspunkt. Doch sollte sie nun in einer „haltlosen, entfesselten Welt“ in ein Engagement für stabile, gewachsene soziale Ordnungen münden, die Neuerungen überhaupt erst sinnvoll erscheinen lassen. Diese Annäherung an konservative Positionen ist von seinen Kollegen in der Soziologie nicht mehr angenommen worden. Im Zeichen einer fortschreitenden globalen Zivilisation, deren Anfänge Dahrendorf noch bewußt miterlebt hat, soll deshalb nach der Gültigkeit, den Möglichkeiten und den Grenzen seiner Analyse für die heutige Zeit gefragt werden.

Dr. Rainer Waßner ist Dozent für Soziologie an verschiedenen Forschungseinrichtungen und Akademien. Zahlreiche kultursoziologische Veröffentlichungen als freier Publizist, etwa über die Geschichte der Hamburger Soziologie, zu Ernst Jüngers Frühwerk, Helmut Schelskys „Anti-Soziologie“ (in: ERTRÄGE 5, 2017) sowie Friedrich Georgs Jüngers Technikkritik (in: ERTRÄGE 7, 2018).

Anmeldungen richten Sie bitte an:

Es werden keine individuellen Anmeldebestätigungen versandt. Sofern Sie keine gegenteilige Nachricht von uns erhalten, gilt Ihre Anmeldung als bestätigt.