Volker Kempf: Ökologischer Konservatismus – Herbert Gruhl im totalitären Zeitalter

//Volker Kempf: Ökologischer Konservatismus – Herbert Gruhl im totalitären Zeitalter

Mittwoch, 4. Juli 2018, 19 Uhr: Vortrag mit Diskussion
Eintritt 5 Euro pro Person (ermäßigt 3 Euro) an der Abendkasse.

Themenreihe
Konservativ heute

Volker Kempf

Der technische Fortschritt löste einen Prozeß der Naturbeherrschung aus, der ein Paradies auf Erden versprach und von Adam Smith bis Karl Marx nur eine Frage des richtigen Systems sein sollte. Zweifel wurden im Kalten Krieg laut und durchkreuzten die Systemfrage. Der „Planet Erde“ wurde als grenzensetzendes Faktum augenfällig und vom Club of Rome mit entsprechenden Schemata bedacht. Der gelernte Landwirt und CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Herbert Gruhl (1921–1993) fragte unter dem Titel „Ein Planet wird geplündert“ (1975) nach den verbliebenen Möglichkeiten.

Das Thema wurde in sozialen Bewegungen und in der Parteienlandschaft plaziert. Der antitotalitäre Konsens war im „roten Jahrzehnt“ aufgehoben, das Thema wurde nach einigen theoretischen Umbauten von links besetzt. In der Partei Gruhls wurde dieses Anliegen verkannt und den Grünen überlassen – und damit ein Kronjuwel des Konservatismus verschenkt, so Peter Glotz (SPD). Die in den 1980er Jahren aufkommende Umweltsoziologie zeigte Affinitäten zu den Linksgrünen. Das läßt sich an Ulrich Beck zeigen. Heute ist der Zusammenhang von Ökologie und Konservatismus verschüttet, Herbert Gruhl auf allen Ebenen in den Leerlauf gelenkt worden, womit sein Begriff des „Naturkonservatismus“ neu zu entdecken bleibt.

Volker Kempf, geboren 1968 in Neuenburg am Rhein, studierte nach einer Berufsausbildung zum Bauzeichner Soziologie und Philosophie in Duisburg und Wien (Dipl.-Sozialwissenschaftler). Er arbeitet als freier Lektor, Publizist und Journalist undschreibt regelmäßig in der Wochenzeitung Junge Freiheit. Zahlreiche Buchveröffentlichungen und Beiträge in Sammelbänden und Zeitungen, u. a. „Günther Anders – Anschlußtheoretiker an Georg Simmel?“ (2001) und „Helmut Schelsky – Wider die Wirklichkeitsverweigerung: Leben, Werk, Aktualität“ (2012). Außerdem ist er erster Vorsitzender der Herbert-Gruhl-Gesellschaft.

 

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2018-06-04T12:49:37+00:00