Die Deutschen auf dem Weg in die Minderheitsgesellschaft

//Die Deutschen auf dem Weg in die Minderheitsgesellschaft

Jost Bauch über den Abschied von Deutschland

Jost Bauch

Am 14. November 2018 stellte Jost Bauch sein neues Buch Abschied von Deutschland – Eine politische Grabschrift vor. Der Soziologe warf dabei einen pessimistischen Blick auf die demographische Entwicklung der Deutschen und urteilte, daß sich diese Entwicklung allenfalls verlangsamen, nicht aber aufhalten lasse. Die Schrumpfung der deutschen Mehrheitsbevölkerung sei unausweichlich und bei gleichbleibender Einwanderung würden 2050 Menschen mit Migrationshintergrund die Mehrheit in Deutschland bilden.

Bauch erklärte, daß sich Nationen aus drei Identitätskernen herausbildeten und weiterentwickelten. Der biologisch-ethnische Identitätskern, der die stammesgeschichtliche Herkunft eines Volkes umfaßt, also die ethnische Herkunft, die aber nicht als geschlossenes System verstanden werde dürfe. Im Falle Deutschlands müsse man von einer Mischung aus Germanen, Kelten und Slawen sprechen. Überlagert werde dies durch den soziokulturell-historischen Identitätskern, der durch eine spezifische Art des Christentums, die historische Entwicklung und eine ausgeprägte Landschaftsgebundenheit die innere Haltung und das Sozialverhalten der Deutschen geprägt habe. Lebten andere Völker in Gesellschaften, so lebe der Deutsche primär in der Gemeinschaft. Der dritte Identitätskern sei der politisch-konstruktivistische, also der politische Wille eines Volkes, sich als Nation zusammenzuschließen. Nur wenn die Mehrheit der Deutschen sich auch als solche identifiziere, könne es eine Grundlage für Integration von anderen geben. Alle drei, sich bedingenden Identitätskerne seien allerdings in Auflösung begiffen, und damit stünde der Abschied Deutschlands bevor. Es sei nur die Frage, was davon als Erinnerung bleibe.

Jost Bauch sieht diesen unaufhaltsamen Vorgang als hausgemacht an. Der übergroße Wohlstand habe das Aufkommen der ochlokratischen (von gr. Ochlokratie = Pöbelherrschaft) Massengesellschaft ermöglicht, die den alten Identikätskern der Gemeinschaft durch das hedonistische Ich vedrängt habe. Daraus folge der Funktionsverlust der Familie und eine „Demographie des Verschwindens“, die nicht zu weniger Menschen in Deutschland, aber zu weniger Deutschen führen werde. Unter dem Schlagwort der „Replacement Migration“ werde mit der anhaltenden Migration das größte Sozialexperiment seit der russischen Revolution ins Werk gesetzt. Die Zahl der sogenannten „Bio-Deutschen“ werde sich in der Folge bis 2050 in Richtung von 40 Millionen Menschen entwickeln, während sich Zahl der Migranten auf die 50 Millionen Menschen zubewege. Die durch die drei Identitätskerne gebildete deutsche Nation beginne zu verschwinden und werde durch etwas anderes ersetzt. So bleibe nur „tapferer Pessimismus“. Für Patrioten, so Bauch, blieben nur Trauer und Entsetzen, doch der Abschied Deutschlands vollziehe sich kontinuierlich.

2018-11-22T12:06:05+00:00