Die Kunst kann die politische Tat vorbereiten

Kai Hammermeister stellt Vorüberlegungen an für konservative Ästhetik

Kai Hammermeister bei der Vorstellung seines neuen Buches

Am 28. Januar 2026 stellte der Philosoph, Literaturwissenschaftler und Psychoanalytiker Kai Hammermeister sein Buch Die Bergung – Zurüstungen für eine konservative Ästhetik über die politische Bedeutung von Kunst vor. Schon lange hege er ein Interesse für philosophische Ästhetik. Dazu kämen Erfahrungen aus seiner therapeutischen Arbeit, bei der es immer wieder um die Fragen gehe: Was liegt mir am Herzen? Was ist erhaltenswert? Lebe ich mit der richtigen Hierarchie von Werten? Vor diesem Hintergrund sei auch der Titel seines Buches entstanden. „Bergung“ verstehe er in diesem Sinne als eine Art Rettung und Bewahrung. Der dritte Impuls zu seinem Werk sei die Beobachtung gewesen, daß konservatives Denken meist im Bereich der praktischen Philosophie verharre und nicht eine theoretische Philosophie entwickele.

Hammermeister verortet konservative Ästhetik im protopolitischen Raum. Sie sichere das Gelände, auf dem dann das Politische Fuß fassen könne. Kunst bereite so politisches Handeln vor. Sie sei jedoch selbst kein politisches Tun. Der politische Akt sei sozusagen der „Schattenwurf der Ästhetik“.

Immer wieder bezieht er sich auf den Philosophen Martin Heidegger, der die Dichtung als „Ermöglichung der Politik“ gedacht habe. In seinem Aufsatz „Der Ursprung des Kunstwerks“ beschreibe Heidegger Dichtung als „die Sage der Unverborgenheit des Seienden“. In solchem Sagen würden einem geschichtlichen Volk die „Begriffe seines Wesens“ vorgeprägt, durch Dichtung werde ein Volk geschichtlich. Indem es sich selbst verstehe, werde es zum „Akteur der Weltgeschichte“. Aus einem solchen Verständnis erwachse Handlungsfähigkeit. Dieses Selbstverständnis sei jedoch noch keine politische Reflexion, sondern ein ästhetisches Erwachen.

Erst aus ästhetischer Wachheit entstehe politischer Wille, erklärt Hammermeister, indem er die Gedanken Heideggers aufgreift. Weil die Kunst eine politische Tat vorbereiten könne, gewinne sie eine Schlüsselfunktion für eine politische Erneuerung.

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