Henryk M. Broder über sein neues Buch „Wer, wenn nicht ich“

Henryk M. Broder

Am 8. Januar 2020 stellte Henryk. M. Broder sein neues Buch „Wer, wenn nicht ich – Henryk M. Broder“ vor. Der Publizist las dabei Passagen aus seinem Werk, in denen er die Absurditäten der heutigen Politik, der Gesellschaft und vor allem der Medien genüßlich sezierte. Trotz des humoristischen Untertons und des sarkastischen Spottes, blieb den Zuschauern ob des Vorgetragenen oftmals das Lachen im Halse stecken. Broder machte auf die Fehlentwicklungen der heutigen Zeit nicht mit pädagogischer Analyse aufmerksam, sondern entlarvte diese ein ums andere Mal mit Humor.

Broder erklärte, er schreibe über Menschen, die sich ihre Bewertung hart erarbeitet hätten, etwa Heiko Maas, Luise Neubauer oder Lamya Kaddor. Jeder der Genannten stehe sinnbildlich für unsere Gesellschaft, die ihrem Selbstverständnis nach „maximal moralisch“ handeln wolle. Diese Moralisierung von Politik, Gesellschaft und Medien sei zu einem Einfallstor für einen neuen Totalitarismus geworden, der das Leben bestimmen werde, wie kein anderer zuvor. Beispielhaft stehe hier die Forderung nach einer „Zero-Karbon-Gesellschaft“. Da Kohlenstoff eine Grundlage des Lebens auf der Welt sei, wolle die Fridays-for-Future-Bewegung offenbar eine Welt ohne Leben. Solche und andere Forderungen zitierte Broder zuhauf, um durch die Darlegung des Gesagten dessen Absurdität aufzuzeigen.

War bei Richard Wagner die Definition des Deutsche noch, „eine Sache um ihrer selbst willen zu tun“, habe sich die Tendenz nun dahin verschoben, „mit gutem Beispiel voranzugehen“. Wäre dies ein olympische Disziplin, so Broder, käme Deutschland gar nicht mehr vom Siegertreppchen herunter. Was man gerade in Deutschland erlebe, sei „Größenwahn pur, gepaart mit Überzeugung“. Gott habe die Welt in sechs Tagen erschaffen, jetzt gelte es, sein Werk zu vollenden: also „mit gutem Beispiel vorangehen“ und die Welt vor dem Klimawandel retten. Deutschland sei nicht einmal in der Lage, relativ einfache Probleme wie Lehrermangel oder „Internet für alle“ zu lösen, aber es trete an, dem Klima Vorschriften zu machen. Und morgen, so Broder abschließend, werde Deutschland die Flüsse bergauf strömen lassen und eine Wendeltreppe zum Mond errichten.

Das Video des Vortrages sehen Sie demnächst hier auf unserer Seite.