Klaus Kelle über Medienlandschaft und Political Correctness

//Klaus Kelle über Medienlandschaft und Political Correctness

Die Gelegenheit zur aktiven Beteiligung nicht verschenken

Klaus Kelle

Klaus Kelle

Sind Deutschlands Medien durch eine Political Correctness geprägt, die die Meinungsvielfalt gefährdet oder gar die Meinungsfreiheit einschränkt? Dieser Frage ging Klaus Kelle in seinem Vortrag am 5. März 2015 in der Bibliothek des Konservatismus nach. Vor rund 100 Zuhörern erläuterte der Journalist und Buchautor, daß sich laut einer Studie etwa 80 Prozent der Journalisten in das grün-linke Spektrum einordnen, während nur neun bzw. sechs Prozent Anhänger von CDU und FDP sind. Diese persönlichen und politischen Präferenzen würden dementsprechend auch die Berichterstattung beeinflussen. Kelle dokumentierte dies mit einer Reihe teils kurioser, teils erschreckender Beispiele aus der journalistischen Praxis und ließ dabei auch persönliche Erfahrungen einfließen.

Während Kelle den privaten Sendern einräumte, sie dürften parteiisch und tendenziös sein, da sie sich selbst finanzierten, kritisierte er vor allem die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsender. Gerade hier sei vom Informationsauftrag und von politischer Ausgewogenheit nichts zu spüren. Ehen und Familien, Christen, Lebensschützer sowie Konservative im allgemeinen erhielten so gut wie kein Podium. Dennoch gebe es durchaus  Meinungsvielfalt, allerdings dürfe man Medien nicht nur nach der Bestätigung der eigenen Meinung beurteilen. Immer wieder fänden sich Beispiele für guten Journalismus und lesenswerte Beiträge.

Von kaum zu überschätzender Bedeutung seien die sozialen Medien und das Internet. Die Fülle an Blogs, Nachrichtenportalen und Plattformen ermögliche auch Konservativen eine aktive Beteiligung an der Meinungsbildung. Die damit verbundenen Möglichkeiten, konservativen Positionen wieder mehr Gehör zu verschaffen, sollten nicht ungenutzt bleiben, so Kelle.

2017-05-19T11:33:59+00:00