Martin Böcker und Felix Springer stellen Sammelband zur soldatischen Identität vor

//Martin Böcker und Felix Springer stellen Sammelband zur soldatischen Identität vor

„Der Sinngehalt des Soldatentums muß dem Ernstfall entwachsen“

Moderator Marcus Schmidt im Gespräch mit Felix Springer und Martin Böcker (v.l.n.r.)

Moderator Marcus Schmidt im Gespräch mit Felix Springer und Martin Böcker (v.l.n.r.)

In vielen Ländern der Welt stehen Einheiten der Bundeswehr unter Waffen und werden auch immer wieder in Kampfhandlungen involviert. Gleichwohl fehlt es deutschen Soldaten nach Ansicht von Martin Böcker und Felix Springer, zwei Herausgebern des Buches „Soldatentum – Auf der Suche nach Identität und Berufung der Bundeswehr heute“ (2013), noch immer an einer Idee über das Warum ihres Tötens und Sterbens. Dies sei auch der Hauptgrund für die mangelnde Entwicklung einer Identität der deutschen Soldaten heute.

Wie die beiden Offiziere am 27. September 2013 im Rahmen einer Buchvorstellung vor den rund 50 Gästen in der Bibliothek des Konservatismus erläuterten, sei die Qualität der deutschen Armee international unbestritten. Gleichzeitig versäumten es staatliche und militärische Führung jedoch, der soldatischen Leistung der Bundeswehr nicht nur einen professionellen, sondern auch einen ideellen Wert beizumessen: „Die militärische Auftragserfüllung professionalisiert sich nicht als Staatsidee, sondern als Handwerk.“ Den deutschen Soldaten ein tragendes Selbstbild und eine lebendige Idee ihres kriegerischen Tuns mitzugeben sei Auftrag der Bundeswehr, des Staates und der gesamten Gesellschaft.

Um der wachsenden Entfremdung militärischer und ziviler Bereiche zu begegnen, müsse ein Bild des Soldaten kommuniziert werden, das diesen nicht nur als „notwendiges Übel“ thematisiere, sondern Bedeutung und existentielle Besonderheiten des Soldatenberufs positiv würdige. Dazu gehöre auch die Wiederbesinnung auf soldatische Tugenden wie Tapferkeit, Pflicht, Ehre und Opferbereitschaft. Der Sinngehalt des soldatischen Dienstes lasse sich jedoch nicht anhand einer bürgerlichen Ordnung bestimmen, sondern müsse dem Ernstfall entwachsen, den der Soldat zu bestehen habe.

2017-05-19T11:34:04+00:00