Eine entschlossene „Notwende“ ist angesichts der dramatischen Lage unausweichlich

Grünen-Gründungsmitglied Rolf Stolz erläuterte den gesellschaftlichen Niedergang entlang der Entwicklung seiner Partei

Rolf Stolz bei seinem Vortrag

Am 25. März 2026 stellte der Kölner Publizist Rolf Stolz sein Buch Notwende Deutschland – Zur Rettung des Landes vor seinen Feinden und vor sich selbst vor. In den elf Kapiteln seines Buches, aus denen er immer wieder auszugsweise vortrug, beschäftigt er sich unter anderem mit dem demographischen Niedergang, der ideologischen Gleichschaltung, dem kulturellen und nationalen Identitätsverlust der Deutschen sowie der Verengung des Meinungskorridors in den sogenannten Leitmedien.

Erforderlich sei eine „Notwende“, ein entschlossenes Manöver, wie man es im Segelsport durchführt, um eine sonst unabwendbare Kollision zu vermeiden. Dazu zählt Stolz unter anderem die Einschränkung des Bürgergelds sowie eine Rückbesinnung auf konservative Werte und die eigene kulturelle Identität.

Stolz ist seit Gründung Mitglied der Grünen. Die Vorstellung seiner Vorschläge, was in der gegenwärtigen Krise Deutschlands zu tun sei, verband er an diesem Abend mit einer kritischen Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Grünen seit ihrer Gründung 1980. So führte er aus, daß mit dem Regierungseintritt der hessischen Grünen 1985 innerhalb der Partei um Joschka Fischer diejenigen Strömungen erstarkten, die den heutigen Kurs eingeleitet hätten. Zwar hätten die westdeutschen Grünen 1990 den Einzug in den Bundestag um Joschka Fischer geschafft, doch das Zusammengehen mit dem Bündnis ’90, das aus der Bürgerbewegung in der DDR hervorging, habe sie davor gerettet, in der politischen Bedeutungslosigkeit zu versinken. Petra Kelly, die 1992 aus dem Leben geschieden ist, habe noch einen vernünftigen Kurs vertreten.

Ein politisch engagierter Mensch brauche Utopien und Visionen, so Stolz, doch sei es selbstverständlich, daß die Umsetzung sachgemäß sein müsse. Er habe daher in den 80er Jahren zu einer linkssozialistischen Strömung gehört, die sich zu Deutschland bekannt und das Prinzip Nation nicht abgelehnt habe. Diese innere Freiheit fehle der heutigen Linken ebenso wie die Bereitschaft, mit allen gesellschaftlich relevanten Kräften in einen offenen Austausch zu treten.

 

 

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