„Babys sind in ihren Grundbedürfnissen sehr konservativ“

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Hanne K. Götze über eine Willkommenskultur für Kinder

Hanne Kerstin Götze beim Vortrag in der BdK

Am 15. September 2017 hielt die Publizistin Hanne K. Götze am Vorabend des Marsches für das Leben 2017 in der Bibliothek des Konservatismus ihren Vortrag „Elternbindung statt Krippenplatz – Für eine Willkommenskultur für Kinder“. Die Mutter von vier Kindern sprach über die Grundbedürfnisse von Neugeborenen, die mit einer Sehnsucht nach Liebe und Annahme zur Welt kämen.

Diese Grundbedürfnisse seien am besten in einer von Anfang an begründeten engen Beziehung zur Mutter erfüllt, dem sogenannten „Bonding“. Damit ist der erste, Bindung stiftenden Kontakt zwischen Mutter und Neugeborenem gemeint. War es früher teiweise üblich, daß die Mutter ihr Baby erst am Tag nach der Geburt angelegt bekam, geht man heute davon aus, daß das sofortige Anlegen des Kindes sowohl für die Mutter als das Neugeborene in vielfacher Weise existentiell sei, besonders um von Beginn an eine gesunde liebevolle Bindung zu ermöglichen, die, so Götze, die Basis für ein lebenslanges Glücksvermögen sei.

Diese Erkenntnis sei bereits von Aufzeichnungen der frühen Hochkulturen über sämtliche Erfahrungen von Hebammen durch die Geschichte hindruch belegt. Daher, so Götze, könne man sagen, daß Babys sehr konservativ seien, was ihre Grundbedürfnisse der Bindung und Liebe angehe. Die Autorin zitierte aus vielen verschiedenen entwicklunspsychologischen Studien, die herausfanden, daß Babys bis zum Alter von 36 Monaten durch die Entfernung von der Mutter und den Umgang mit anderen Kinder großem Streß ausgesetzt seien. Durch Cortisol-Messungen des Speichels ergaben die Studien, daß Kinder unter drei Jahren, die bei ihrer Mutter blieben, einen normalen Cortisol-Spiegel aufwiesen, während Babys, die bereits in U3-Krippen waren, ansteigende Wert aufzeigten und an Streß und Überforderung litten. Weiterhin zeige sich, daß Kinder unter drei Jahren die Trennung von der Mutter, selbst nur für kurze Zeit, als dauerhaften Verlust wahrnehmen würden und dementsprechend in dieser Zeit ein permanentes Angstgefühl empfinden würden. Zu frühe Krippenaufenthalte könnten daher sogar die Entwicklung von Kindern dauerhaft negativ beeinflussen.

Hanne Götze sprach sich für ein möglichst frühe, enge und andauernde Mutter-Kind-Bindung aus. Sie wünsche sich, daß der Staat nicht nur einseitig das Krippen-Modell fördere, sondern vielmehr den Eltern und vor allem den Müttern die Wahl lasse, ihr Kind auch bei sich zu behalten. Dies sollte dem Staat mindestens genauso viel wert sein – und sei letztlich auch für die Kinder und die Gesellschaft besser.

Die Bibliothek des Konservatismus veranstaltet in Kooperation mit der Stiftung Ja zum Leben (Meschede) alljährlich eine Begleitveranstaltung zum Marsch für das Leben.

2017-09-19T11:17:14+00:00