Ohne Identität kann es keine Selbstbehauptung geben

//Ohne Identität kann es keine Selbstbehauptung geben

Parviz Amoghli und Alexander Meschnig über den Verlust der Selbstbehauptung

Parviz Amoghli und Alexander Meschnig

Am 25. April 2018 stellten Parviz Amoghli und Alexander Meschnig ihr neues Buch „Siegen – Oder vom Verlust der Selbstbehauptung“ vor rund 100 Zuhörern in der Bibliothek des Konservatismus vor. Der Selbsthaß des Westens, die Relativierung seiner Werte und die abschätzige Haltung zur eigenen Kultur und Identität hätten die europäischen Gesellschaften unfähig gemacht, sich angesichts realer Bedrohungen zu behaupten und in existenzbedrohenden Konflikten siegen zu können.

Für ihr Buch untersuchten die Autoren vier idealtypische „echte“ Siege wie den von Alesia, die Schlacht von Hastings, der Fall Konstantinopels und den Zweiten Weltkrieg. Dabei zeige sich, daß dem wirklichen Sieg einerseits die Beendigung des bewaffneten Kampfes folge, aber auch der Besiegte die Niederlage akzeptiere und sich dem politischen und gesellschaftlichen System des Siegers unterwerfe. Nach 1945 sei dies westlichen Staaten nicht mehr gelungen (Ausnahmen: die Befreiung Kuweits und die Kriege Israels). Beispielhaft wurde der zweite Golfkrieg angeführt, der nach der militärischen Niederlage der irakischen Streitkräfte vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush voreilig zur „Mission accomplished“ erklärt wurde. Aber in den sich anschließenden Auseinandersetzngen während der sogenannten „Insurgence“ kamen mehr US-Soldaten ums Leben, als während der eigentlichen Kampfhandlungen. Letztlich sei keine neue Ordnung durch den Sieger, sondern vielmehr Chaos und Bürgerkrieg erschaffen worden, ähnlich in Somalia, Afghanistan usw.

Wie hat der Westen nun seine Fähigkeit zum Sieg verloren? Laut Amoghli und Meschnig bedürfe es für einen Sieg den Willen zu Opferbereitschaft und Willen und Selbstbehauptung. Ein eigenes, gemeinsames Selbst zu bestimmen, zu bewahren und zu verteidigen und auch die Opfer zu ertragen, werde in den postheroischen Gesellschaften des Westen verweigert. Dadurch, daß man selbst nicht mehr den Feind als solchen erkennen wolle, täuschten wir uns darüber hinweg, daß wir vom Gegner bereits zum Feind erklärt worden seien. Nur die Anerkennung der Realität, so Meschnig und Amoghli abschließend, daß der Westen im Inneren und Äußeren bedroht sei, könne dazu führen, die derzeitige islamistische Gefahr richtig einzuschätzen und sich des eigenen Selbst, das es zu verteidigen gelte, wieder bewußt zu werden. Nur die Einsicht, daß unsere Werte und Kultur bedroht seien, könne die gemeinschatliche Identität und Operbereitschaft stärken, um sich in dieser Auseinandersetzung selbst zu behaupten und zu siegen.

 

2018-05-03T08:52:31+00:00